Bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung „Smarter Together“ am 2. Juni hat es sich schon abgezeichnet: Neu denken – das tut man nicht allein im stillen Kämmerlein. Neu denken geht nur gemeinsam mit anderen. Und zusammengetan haben sich zum allerersten Workshop „Mobilität“ am 8. Juni 2016 über 30 Personen aus dem Stadtteil Neuaubing-Westkreuz. Darunter fanden sich neben Bewohnerinnen und Bewohnern auch Vertreter der städtischen Referate, interessierte Personen wie Studierende der Hochschule München. Sie alle haben sich getroffen, um gemeinsam für ihren Stadtteil neue Mobilitätslösungen kennenzulernen, zu diskutieren weiterzuentwickeln.
Hierzu führte Professor Ignacio Farías (Professur für Partizipative Technikgestaltung an der Technischen Universität München) durch den Abend. Ganz wichtig für den Workflow war die Vorstellungsrunde. Schließlich will man ja wissen, mit wem man da an einem Strang zieht. Die Herangehensweise über eine zentrale Frage entpuppte sich als eine elegante: „Was war das letzte Ding, welches du verliehen, verschenkt oder geborgt hast?“ Die Antworten der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verrieten bereits, mit welchen Einstellungen und Haltungen es galt, zu arbeiten.
Nachdem das geklärt war, ging es tiefer in den Inhalt. Genauer: ins Stadtviertel. Aber eine klassische Landkarte hat keiner an die inzwischen vier einzelnen Workshop-Gruppen verteilt. Das war schon der erste interaktive Arbeitsschritt. Die TeilnehmerInnen mussten eine eigene, intuitive Karte auf Tischdecken zeichnen. Das nennen Fachleute „mental map“ (Wikipedia nennt das eine sog. „kognitive Karte“, also eine <link https: de.wikipedia.org wiki mental>mentale <link https: de.wikipedia.org wiki>Repräsentation eines <link https: de.wikipedia.org wiki geographie>geographischen Raumes oder räumlich (dreidimensional) vorstellbarer logischer und sonstiger Zusammenhänge). Auf diesen intuitiven Karten wurde in den vier Gruppen festgehalten, wo sich Knotenpunkte, Wege, Barrieren, Orientierungspunkte und Nachbarschaften befinden.
Basierend auf diesen Aspekten wurden neue Entwicklungen vorgestellt, die im Viertel einziehen könnten. Zum Beispiel eine Mobilitätsstation, die die Stadtwerke München bereits in ähnlicher Form bereits in der Innenstadt etabliert hat. Im Rahmen des Projekts „Smarter Together“ gibt es eine weiterentwickelte Variante dieser Station. Dazu gehören folgende Elemente: Infostele, Lastenfahrrad oder E-Pedelecs, Leihfahrräder, Stattautos als E-Car oder auch eine Verteilerbox.
Dieses Wissen wurde im Anschluss wieder in den Gruppen diskutiert und am Ende die Resultate den anderen präsentiert. Dabei ging es weniger darum, die städtebaulichen Notwendigkeiten und –pläne in Frage zu stellen, auch nicht um Sinn oder Sinnlosigkeit der neuen Stadtmodule, sondern es ging darum, zu erforschen, welche Potenziale und Chancen diese neuen Bausteine mit sich bringen. Darunter gab es Vorschläge wie z.B. diese: „Der Zugang sollte 24 Stunden gewährleistet sein“ oder „Zwischenstops sollten nicht zur Verleihzeit gezählt werden“ oder „Das Verleihsystem sollte auch von Menschen genutzt werden können, die kein Konto besitzen (z.B. Jugendliche)“ uvm. (<link file:1244>s. Protokoll)
Ein erfolgreicher Beginn der Ko-Gestaltungsprozesse – das finden vor allem die Experten, die gleich zum nächsten Mobilitätsworkshop am Dienstag, den 22. Juni 2016 um 18.30 Uhr ins Stadtteillabor im Paul-Ottmann-Zentrum eingeladen haben.